Bericht Türkei Projekt „Taurus Trails“

 

Anfang September machte sich zehn Jugendlichen auf den Weg in die Türkei. Diese wussten anfänglich nicht viel mehr wie die Daten des Hin- und Rückflugs. Was sie dort genau erwarteten würde, wusste keiner so genau. Dabei waren Jugendliche aus verschiedenen Sektionen. Aus unserer Sektion (Baden-Baden/Murgtal) nahmen Anna-Lena Hoffmann, Hendrik Schlageter und Jan-Erik Rapp teil, die weiteren kamen aus Biberach, Hechingen und Sigmaringen. In der Schlange beim Einchecken traff die Gruppe dann ihre zwei Begleiter Andi und Bärbel vom DAV-Summit Club, welche dort als Mountainbike-Guides aktiv sind. Auch diese hatten nicht viel mehr Informationen und so starte man eine Reise ins Unbekannte. Die Reise ist Teil des Projekts „Taurus Trails“, das sich das Ziel gesetzt hat im Hinterland von Antalya nachhaltigen Aktivtourismus zu fördern. Und dies war die erste Reisegruppe und waren sozusagen die Versuchskaninchen.

In Antalya angekommen wurde die Gruppe dann sofort von Dr. Yusuf Örnek freundlich in Empfang genommen. Dieser ist Mitbegründer des Projekts und fungierte quasi als Reiseleiter und kümmerte sich um die Organisation welches ihm hervorragend gelang ihm. Die mittlerweile auf 12 Personen gewachsene Gruppe lernt auch ihren persönlichen Dolmetscher Volcan kennen, der sie die ganze Woche begleitete. Mittels Bus gelangte die Gruppe zu einer Bikestation in Göbük im Hinterland der Provinz Antalya. Dort empfing die Hausherrin Schükriel.

Die Aufgabe der Gruppe vor Ort war es die Station wieder fit zu machen. Das Gelände der Station erstreckte sich über mehrere Hektar. Früher wurde diese von einem Österreicher zusammen mit seiner Frau Schükriel betrieben. Durch den frühen Tod des Österreichers, lag die Bikestation danach längere Zeit brach.

Am nächsten Tag kamen noch 5 türkische Studenten aus der Stadt Elmali dazu, um gemeinsam zu arbeiten. So begann die Gruppe nach einer Kennenlernrunde mit der Arbeit. Zuerst wurde ein ehemaliger Zeltplatz von Gestrüpp, Sträuchern und anderem Grünzeug befreit. Nach der in der Sonne schweißtreibenden Arbeit kühlten sich alle im hauseigenen Pool ab.

Aus Antalya war zuvor ein Zweirad-Mechaniker angereist der die dortigen Fahrräder wieder fit gemacht hat. Am Abend drehten dann die deutschen ihre erste Runde mit den Mountainbikes, angeführt von einem Einheimischen der schon mit dem Österreicher Touren gefahren ist. Für die dortigen Einwohner war dies wohl ein besondere Anblick, denn überall wurde fleißig gewunken und gehupt, aber im positiven Sinne.

Alle Beteiligten wurden von der Hausherrin kulinarisch verwöhnt. Es gab jeden Tag richtig leckeres Essen und keiner musste Angst haben nicht satt zu werden, egal ob Vegetarier oder Fleischliebhaber. Das besondere Gimmick war, dass über Terrasse auf der gegessen wurde Weinreben ein Dach und Sonnenschutz bilden, so konnte man immer wann man wollte sich an Trauben satt essen.

Am dritten Tag starten Andi und Bärbel schon früh eine größere Mountainbike-Tour um vor der Mittagshitze wieder zurück zu sein. Während der Rest der Gruppe im Garten weiterarbeite. Zudem wurden Stühle und Tisch repariert. Am Abend besuchte man dann zusammen ein nahegelegenes türkisches Dorf. So konnte die Gruppe echtes türkisches Dorfleben kennenlernen, abseits des Tourismus. Dabei wurde die Gruppe von der Gastfreundschaft beeindruckt und fühlte sich nie unerwünscht.

Das Motto, die türkische Kultur kennenzulernen, wurde am nächsten Tag fortgesetzt. Dies war der Gruppe die ganze Woche intensiv möglich, weil man sich nie in einer Touristen Region befand und so das echte türkische Dorfleben hautnah mitterleben konnte. Dabei sammelten alle Beteiligten einprägsame Eindrücke. Man besuchte an diesem Tag eine größere Stadt in der ein traditionelles Herrenhaus, eine Mosche, ein Mausoleum und einen Markt besichtigt wurde. An all diesen Orten versorgte der Dolmetscher die Gruppe, ein studierter Archäologe (darunter drei Jahre in München), mit Informationen. Er lies die ganze Woche über die Gruppe an seinem enormen Wissen teilhaben. Zum Mittagessen besuchte man einen prämierten Biobauernhof, das Essen stand dem in der Bikestation in nichts nach. Nach dem Essen musste sich die Gruppe, dann von den türkischen Jugendlichen trennen. Man hatte sich trotz sprachlicher Barrieren liebgewonnen. Nach dem Abschied führte der Bauer die Gruppe durch seine Anlagen.

Die letzten drei Nächte verbrachten wir in Kadirs Tree House. Der Fokus der letzten Tage lag dann auf dem Klettern.

Während Andi und Barbel Radstrecken in der jetzt neuen Umgebung auskundschafteten, verbrachte der Rest der Gruppe den Tag mit Klettern, angeführt von einem Local, der viele Touren dort eingerichtet hat. So konnte man zusammen super griffigen Fels genießen.

Der letzte Tag war wohl für viele ein Highlight, da für alle eine Premiere. Es ging zum Deep Water Soloing. Das heißt man klettert an Felsen direkt am bzw. über dem Meer. Man braucht also lediglich eine Badehose und Kletterschuhe. Im Falle des Falles, fliegt man dann einfach ins Wasser.

Diese erlebnisreiche  und vor allem schöne Woche wird allen Beteiligten immer in Erinnerung bleiben.